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17. Panketaler Gespräch im Zeichen der Bürgermeisterwahlen

Rund 80 interessierte Bürger waren der Einladung der Panketaler LINKEN zur jüngsten Veranstaltung der traditionellen Diskussionsreihe am 31. August in die Mensa des Schulzentrums Zepernick gefolgt, um die Konzepte der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 11. September kennenzulernen. Obwohl die örtliche LINKE bereits vor Wochen ihre prinzipielle Unterstützung für den jetzigen Amtsinhaber Rainer Fornell (SPD) bekundet hatte, wurden „Wahlprüfsteine“ ausgearbeitet, die die Erwartungen an den künftigen Amtsinhaber definieren. Allerdings erwies es sich letztlich als schwierig, diese Punkt für Punkt abzuarbeiten. Schnell geriet die Diskussion zu einem Frage- und Antwortspiel zwischen den Bürgern und den einzelnen Kandidaten über spezifische Sorgen und Probleme, die es Unentschlossenen wahrscheinlich nicht leichter machte, am Wahltag eine Entscheidung zu treffen.

So zeigte sich in einer ganzen Reihe von Fragen eine erstaunliche grundsätzliche Übereinstimmung zwischen den Wahlkämpfern, z. B. beim Thema Kooperation zwischen Panketal und Bernau. Dagmar Enkelmann, Bundestagsabgeordnete der LINKEN und Vorsitzende der Linksfraktion im Bernauer Stadtparlament, hatte in ihren einleitenden Ausführungen insbesondere auf die noch unerschlossenen Potenziale auf diesem Gebiet verwiesen. Gemeinsame Anstrengungen bei der kommunalen Daseinsvorsorge könnten zum gegenseitigen Nutzen gereichen, meinte sie mit Blick auf die Wasser- und Abwasserwirtschaft. Infrastruktur und ÖPNV, Tourismusentwicklung, Zusammenarbeit der Vereine und Selbsthilfegruppen waren in diesem Zusammenhang weitere Stichpunkte, die von den Bürgermeisterkandidaten in der Diskussion aufgenommen wurden. So befürwortete R. Fornell den Bau eines gemeinsamen Klärwerkes und Thomas Dyhr (Bündnis 90/Grüne) sprach sich für einen gemeinsamen Kommunalbetrieb und ein Verwaltungsabkommen mit Bernau aus. Zudem könne man gemeinsam mit Ahrensfelde und Werneuchen ein Schwimmbad realisieren. Christiane Herrmann (BVB/Freie Wähler) wiederum bemängelte die bislang fehlende gemeinsame Planungsabstimmung. Und auch die Einzelbewerberin Rose Schulze wünschte sich eine bessere Zusammenarbeit der Nachbarkommunen, insbesondere auf kulturellem Gebiet. Lediglich Dominik Przywara (unabhängiger Kandidat) dämpfte diesbezügliche Erwartungen mit dem Hinweis, dass zunächst die Ortsteile Zepernick und Schwanebeck enger zusammenwachsen müssten, was auch in Wortmeldungen einzelner Bürger zum Ausdruck gebracht wurde.

 

Lothar Gierke, Thomas Dyhr (Grüne), Christel Zillmann, Rainer Fornell (SPD), Dagmar Enkelmann
Rainer Fornell (SPD), Thomas Dyhr (Grüne)
Rosemarie Schulze (Einzelk.)
Christiane Herrmann (BVB / Freie Wähler), Thomas Dyhr (Grüne), Rainer Fornell (SPD)
Christiane Herrmann (BVB / Freie Wähler), Rainer Fornell (SPD)
Dominik Przywara (Einzelk.)

Weitgehend einig waren sich die Diskutanten auch hinsichtlich einer stärkeren Bürgerbeteiligung bei der weiteren Entwicklung des Ortes. Sie müsse bereits bei der Planung bestimmter Baumaßnahmen einsetzen und die Interessen der Betroffenen stärker berücksichtigen. Thomas Dyhr plädierte für mehr Bürgerbefragungen und Rose Schulze forderte, enger zusammen zu rücken und neue Ideen für den Ort zu entwickeln. Die in diesem Zusammenhang mehr oder weniger deutlich geäußerte Kritik an der bisherigen Politik des Amtsinhabers konterte dieser mit dem Hinweis auf die Verantwortung der Gemeindevertretung. Zugleich rief er die Bürger dazu auf, sich stärker einzubringen und „anlassunabhängig“ zu beteiligen.

Die Moderatorin des Abends Christel Zillmann, Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der Gemeindevertretung, unterstrich diesen Gedanken. Nur durch ein breites Miteinander könne der Ort voran gebracht werden. DIE LINKE werde auch den zukünftigen Bürgermeister konstruktiv und kritisch in seiner Arbeit zum Wohl der Bürger begleiten. Basissprecher Lothar Gierke erinnerte dabei an die von der LINKEN angestoßene Initiative „Forum Zukunftsgestaltung – Ideen für Panketal“, die darauf abzielt, Vorschläge für die Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde zu sammeln. Der Abend war zweifellos dafür eine Fundgrube.

W.K.