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Exkursion zum UNESCO-Weltkulturerbe

Für die diesjährige Exkursion der Panketaler Linken zu einem denkwürdigen Ort des Landes brauchte es nur einen kurzen Weg. Warum denn in die Ferne schweifen … Die Rede ist von dem Besuch des Bauhaus-Denkmals der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes am 24. September. Es ist ein in mehrfacher Hinsicht bemerkenswertes Gebäudeensemble, das nicht von ungefähr 2017 seine Anerkennung als UNESCO Welterbe erfahren hat. Die Grundsteinlegung erfolgte 1928, und bereits nach drei Jahren konnte der laufende Schulbetrieb aufgenommen werden.

In Herrn Kandulla, seines Zeichens Stadtführer in Bernau, hatten wir einen sachkundigen Begleiter zur Seite, der neben den Informationen zur Geschichte dieser Schule auch als ehemaliger Mitarbeiter der FDGB-Gewerkschaftshochschule vieles über die Nutzung dieses Objektes in der DDR-Zeit beisteuern konnte. Primär ging es aber bei seinem Rundgang durch die einzelnen Bereiche des Denkmalkomplexes um die neuen konzeptionellen Ansätze in der Architektur und letztlich bei der Gestaltung der gesamten gegenständlichen Lebenswelt, die von den Protagonisten des 1919 gegründeten Bauhaus entwickelt und bei dem Bau der Schule umgesetzt wurden. In der rekonstruierten alten Bundesschule wird dieser Neuansatz für die Besucher quasi mit Händen und Augen begreifbar und erlebbar. Interessant ist nicht nur dieser einmalige architektonische Gebäudekomplex der Architekten Hannes Meyer und Hans Wittwer, der hier fast im Originalzustand zu besichtigen ist. Bemerkenswert sind auch die vielen kleinen Details der Ausstattung und der Innenraumgestaltung, bei denen zahlreiche Mitarbeiter und Schüler des gesamten Bauhauses einbezogen wurden. Deutlich geworden ist, dass dieser seinerzeit neue Architekturansatz immer gekoppelt war mit einem sozialpolitischen Konzept, bei dem Bauen und Gestalten in einer organischen Einheit mit den sozialen Funktionen der Nutzung begriffen wurden. Also durchaus ein Gestaltungsprinzip, das auch nach heutigen Maßstäben außerordentlich modern und längst nicht selbstverständlich ist.

Wahrlich ein Schatz, der sich unmittelbar vor den Toren Panketals befindet. Positiv wurde bei dem Rundgang auch die Mitteilung aufgenommen, dass es sich hier nicht um ein ungenutztes Denkmal handelt, sondern die Handwerkskammer Berlin das Gebäude als Internat für Lehrlinge und Gesellen nutzt.

Angeregt durch diese Besichtigung und mit den hier aufgenommenen Informationen werden wir sicher die zu erwartende Medienberichterstattung zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses im nächsten Jahr mit einem ganz anderen Blick verfolgen. Das Gute ist, wer von diesem Gestaltungs-Baukonzept mehr erfahren will, der kann sich auf den Weg machen in die unmittelbaren Nachbarschaft, nach Berlin, und sich sowohl andere Gebäude und Siedlungen von Bauhausarchitekten ansehen als auch die einschlägigen Museen besuchen, die sich speziell mit dem Erbe des Bauhauses beschäftigen.
L. Gierke