Widerstand gegen den Missbrauch des Volkstrauertages
Wenn die Panketaler AfD am Volkstrauertag zu einer „Gedenkveranstaltung für die deutschen Soldaten beider Weltkriege und der Bundeswehr“ aufruft, regt sich Widerspruchsgeist. Und so nimmt es nicht Wunder, dass sich am 15. November 2020 vor dem Denkmal der Gefallenen des ersten Weltkriegs auf dem Schwanebecker Dorfanger neben den Veranstaltern auch eine Vielzahl von Panketaler Bürgerinnen und Bürger einfand, um dem zu erwartenden Missbrauch des Volkstrauertages ihre antifaschistische Haltung entgegen zu stellen. Die mitgebrachten Banner mit solchen Losungen wie „Bunte Vielfalt statt braune Einfalt“ und „Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“ brachten genau das auf den Punkt, was dieser Inszenierung von Rechtsaußen entgegen gesetzt werden musste. Die von der AfD aufgebotenen Redner, darunter ein Hauptmann der Bundeswehr (!), boten eine unsägliche Geschichtsklitterung über das heldenhafte Wirken deutscher Soldaten in Europa und, mit Bezug auf die Einsätze der Bundeswehr im 21. Jahrhundert, endlich auch weltweit. Von Trauer über die vielfältigen Opfer war keine Rede. Der zweite Redner präsentierte sich als Leugner der Corona-Pandemie und rief zum Einschreiten gegen die vermeintliche Ermächtigungsdiktatur der Bundesregierung auf. Thema von allen weit verfehlt, kann man dazu nur sagen.
Es blieb das Verdienst von Lutz Grieben, seines Zeichens Dorfvorsteher von Schwanebeck und Mitglied der LINKEN, der die Gelegenheit nutzte, um zum Abschluss alle Versammelten in klaren Worten an den Sinn und den geschichtlichen Hintergrund des Volkstrauertages zu erinnern und vor Kriegen jeglicher Art zu warnen. Das waren angemessene Worte voller Respekt vor den Opfern, was immerhin auch zu mehreren Beifallsbekundungen von Personen aus den AfD-Reihen führte.
Erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch die deutliche Position von Pfarrer Wenzel und dem Schwanebecker Gemeindekirchenrat, die sich in einer Stellungnahme dagegen verwahrten, dass von den Veranstaltern die Schwanebecker Dorfkirche als Treffpunkt angegeben wurde. Auch Pfarrer Wenzel wehrte sich gegen die höchst einseitige Betrachtung der AfD und verwies auf die gerade von Deutschland ausgehenden Kriegshandlungen, die „millionenfaches Leid und millionenfachen Tod über andere Menschen gebracht“ haben.
Gut, dass an diesem Sonntagvormittag den rechten Verfälschern und Süppchenkochern ein offener Widerstand der Zivilgesellschaft entgegengesetzt wurde.
Lothar Gierke, Vorsitzender des Ortsverbandes der LINKEN
OW online v. 29.03.2025
Die Linke sammelt Steine für ihr festes Haus
Der am Wochenende beschlossene Leitantrag »Die Linke als Steinhaus bauen« legt den Fokus auf Sozial- und Wirtschaftspolitik. Zudem geht es um die Frage, wie Die Linke sich dauerhaft als politische Kraft verankern kann. Weiterlesen
Her mir dem dritten Pol!
Unser Erfolg bei der Bundestagswahl steht auf einem wackligen Fundament, meint unser Autor und plädiert dafür, einen eigenständigen sozialistischen Pol zu formen. Wer nur als eine Partei im progressiven Lagers erscheint, wird zum Objekt taktischer Wahlentscheidungen. Weiterlesen
Welche Opposition wollen wir sein?
Die Minderheitsregierung in Sachsen ist im Landtag auch auf die Stimmen der Linken angewiesen. Unsere Autor*innen ziehen eine erste Bilanz und machen sich strategische Gedanken zur uralten Debatte „Regieren oder Opponieren?“. Weiterlesen
Aufruf unterzeichnen!
Der Pflegenotstand ist lebensgefährlich – für die Beschäftigten und für Patientinnen und Patienten!
Zur Unterzeichnung des Aufrufs
