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Auf den Spuren der DDR-Industriegeschichte

Unsere diesjährige Exkursion fiel auf den denkwürdigen 7. Oktober, vielen noch als Gründungstag der DDR und Feiertag in guter Erinnerung. Ziel unserer Wege übers Land war das Industriemuseum in Brandenburg an der Havel, dem seinerzeit wichtigsten Standort für die Rohstahlproduktion in der DDR.

Ein Teil der alten Produktionshalle, in dem der letzte Siemens-Martin-Ofen Westeuropas noch erhalten ist, wurde zu einem Museum umgestaltet. Wenngleich heute im Stahlofen kein Eisenschrott mehr „gekocht“ wird, so sind doch die gewaltigen Dimensionen dieser Industrieanlage, deren Zustand mit der Stilllegung 1993 quasi eingefroren wurde, sehr beeindruckend. Und sie sind beim Rundgang im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen. Wir wurden dabei von einem sachkundigen Mitarbeiter des Museums begleitet, der uns unmittelbar am Ort des ehemaligen Produktionsgeschehens mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt hat.

Begleitet wurden wir bei unserer Entdeckungstour von Herrn Kinne, einem Panketaler Bürger, der hier in den 60er Jahren als Ingenieur in der Stahlproduktion tätig war. Herr Kinne, der in den letzten Jahren auch mehrere Beiträge zur Eisen- und Stahlindustrie in der DDR publiziert hat, konnte viele Details ergänzen, insbesondere die Geschichte des Brandenburger Stahlwerkes in den historischen Kontext bei der Entwicklung der DDR-Industrie einordnen.

Auch zum Ausklang unseres Ausflugs, dem Mittagessen im Restaurant „Kartoffelkäfer“ in der Altstadt von Brandenburg, blieben wir gewissermaßen der Geschichte treu. Diesmal auf den Spuren des märkischen Kartoffelanbaus. Friedrich II., der viele Jahre vergebens seine Bauern von den Vorteilen des Kartoffelanbaus überzeugen wollte, hätte sicher seine Freude daran gehabt.